· 

Nahtzugaben versäubern

Heute soll es darum gehen, wie du die Nahtzugaben deiner Nähprojekte versäubern kannst.

Wie schon  hier bei den verschiedenen Maschinennähten ist die Auswahl auch bei der Versäuberung von der Art des Stoffes abhängig.

Ich zeige dir 5 Methoden, die du je nach Bedarf einsetzen kannst.

die zickzack-schere

Die Zickzack- Schere ist die schnellste, einfachste und günstigste aller Methoden der Versäuberung.

Ich behaupte, dass das ein guter Ersatz für einer Overlock Maschine ist.

Du kannst sie bei dünnen und weichen Stoffen verwenden. Vor allem bei sehr feinen Stoffen, wie Futtertaft oder Seide erzielst du damit ein gutes Ergebnis, da sich diese gerne beim Versäubern einrollen.


Nähe deine Stoffe mit einer Nahtzugabe von mindestens 1,5 cm zusammen. Danach kannst du die Nahtzugabe entweder zusammen oder einzeln zurückschneiden. Schon sind deine Stoffkanten versäubert und du musst sie nur noch auseinander bügeln.

zickzack-stich

Der Zickzack- Stich ist eine nicht besonders schöne, dafür aber schnelle Art der Versäuberung der Kanten. Falls du z.B. ein Kleidungsstück nähst, das nur eine Saison getragen werden soll, dann kann diese Methode gut eingesetzt werden, damit die Kanten nicht ausfransen.


Nach dem Zusammennähen mit 1,5 cm Nahtzugabe kannst du die Stoffkanten entweder zusammen oder einzeln mit dem Zickzack- Stich versäubern. Stelle dir einen breiten Stich ein und eine etwas größere Stichlänge. Hier gilt: breite Stiche für stark fransende Materialien und schmale Stiche mit großer Stichlänge für wenig fransende Stoffe.

Um dem Effekt der Versäuberung zu erzielen, muss die Stoffkante vom Stich einschlagen werden.

Dafür muss die Nähnadel abwechselnd links in den Stoff stechen und rechts knapp neben der Stoffkante ins Leere. So kann der Stoff später nicht mehr ausfransen.

Französische naht

Die französische Naht ist eine Maschinennaht , die gleichzeitig die Kanten versäubert. Durch die zweifache Naht wird die Stoffkante eingeschlagen und alles ist eingeschlossen. Diese Methode kann bei dünnen Stoffen oder ungefütterter Bekleidung angewendet werden.


Nähe deine Stoffteile links auf links mit einer Nahtzugabe von 0,7 cm zusammen. Schneide die Nahtzugabe auf ca. 0,3 cm zurück und bügel sie erst zur einen, dann zur anderen Seite um.


Schlage die Stoffe rechts auf rechts um und stecke sie fest. Nähe die nötige Strecke mit 1 cm Nahtzugabe und schon ist deine Stoffkante eingeschlagen und es ist keine weitere Versäuberung nötig.

overlock- naht

Falls du das Glück hast und eine Overlock Maschine besitzt, dann kannst du deine Stoffkanten schnell und sauber damit nähen. Aber Achtung (!) eine Overlock ersetzt keine Nähmaschine!


Falls du die Stoffkanten zusammen versäubern möchtest, dann kannst du die Stoffteile mit mindestens 1 cm Nahtzugabe nähen und sie auch zusammen unter der Overlock entlang führen. Achte darauf, dass du nur ein paar Millimeter Stoff abschneidest und die Nähmaschinennaht nicht beschädigst.

Möchtest du die Kanten einzeln versäubern, dann solltest du 1,5 cm Nahtzugabe dazugeben. Hier kannst du die Stoffe erst einzeln mit der Overlock versäubern und dann mit der Nähmaschine nähen. Beachte aber dabei, dass sich die Nahtzugabe ändert, je nachdem, wie viel du mit dem Messer der Overlock abgeschnitten hast.

schrägband versäuberung für gerade kanten und ecken

Die Versäuberung mit dem Schrägband ist eine aufwendige aber auch sehr edle Art der Kantenversäuberung. Sie ist die Königsdisziplin unter den Versäuberungen.

Die Einfassung kann entweder mit dem gleichen Stoff oder in einer Kontrastfarbe gearbeitet werden. 

Für dicke Stoffe kann das Schrägband auf Futterstoff oder Satin verwendet werden.


Wenn du gerade Kanten einzeln versäubern möchtest, dann nähe deine Stoffe rechts auf rechts mit einer Nahtzugabe von mindestens 1,5 cm zusammen. Bügel die Nahtzugabe auseinander und schlage das gefalzte Schrägband der Länge nach links auf links gleichmäßig um die Stoffkanten der Nahtzugaben. Stecke sie fest und steppe sie knappkantig ab.



Möchtest du beide Kanten zusammen versäubern, dann nähe sie mit mind. 1,5 cm rechts auf rechts zusammen. Falte das vorgefalzte Schrägband auf, lege die Kanten bündig aneinander und stecke alles fest. Steppe das Schrägband füßchenbreit an den Stoff, achte dabei, dass du genau in der Falz nähst. Nähe bis 1 cm vor die Ecke und dann im 45 Grad Winkel bis zur Spitze. Verriegel die Naht. Klappe das Schrägband an dieser 45 Grad Linie nach oben, wie auf dem Foto zu sehen ist.


Klappe den Streifen direkt an der Stoffkante des Stoffes wieder runter, sodass die Bruchkante bündig daran liegt und steppe es, angefangen an der Stoffkante, fest.

Schneide die Nahtzugaben etwas zurück.


Schlage das Schrägband auf die andere Seite um und forme die Ecke. Achte darauf, dass die Ansatznaht dabei verdeckt ist. Steppe alles knappkantig fest und die Nahtzugaben sind schön eingeschlagen.



Falls du eine Rundung mit Schrägband einschlagen möchtest, wie z.B. einen Taschenbeutel, dann nähe zunächst die Nähte mit mindestens 1,5 cm zusammen. Stecke das Schrägband aufgeschlagen an die Nahtzugaben und dehne es dabei ganz leicht an der Rundung. Benutze an solchen Stellen etwas mehr Stecknadeln, als sonst. Steppe es in der Falz fest.

Schneide die Nahtzugaben etwas zurück.


Klappe das Schrägband auf die andere Seite um und achte darauf, dass die Ansatznaht verdeckt ist. Stecke alles noch mal fest und steppe es knappkantig ab.

So kannst du dir bei jedem deiner Projekte aussuchen, wie du die Kanten versäuberst. Wenn du diese Schritte ordentlich ausführst, dann wertet das dein Kleidungsstück ungemein auf.

Hast du noch andere Methoden, wie du deine Nahtzugaben bearbeitest?

 

Deine Olga