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Maschinennähte - welche gibt es und wofür du sie brauchst

Nähte geben den Textilien, die du nähen möchtest, ihre Form. Sie setzen Akzente und sind teilweise ein Blickfang zugleich.

Es gibt verschiedene Nähtechniken, die die Nähfäden entweder sichtbar oder unsichtbar werden lassen.

Die Auswahl der Naht ist abhängig von der Stoffwahl und dem Verwendungszweck.

 

Ich möchte dir heute verschiedene Nähte zeigen und erklären, wie sie richtig genäht werden. Das sind Grundlagen, die du beherrschen solltest, wenn du mit dem Nähen beginnst.

 

Hier gilt meine Aufforderung: üben, üben, üben.

Um alles übersichtlich und verständlich zu ordnen, habe ich einen Näh- Guide erstellt. Du kannst ihn für eine kleine Gebühr in meinem Shop erwerben oder kostenlos runterladen und ausdrucken, wenn du dich für den Newsletter anmeldest. 

Schneide dir am besten kleine Stoffstücke zurecht ( ca. 15 x 8 cm) und nähe mit ihnen die einzelnen Nähte. Diese fertigen Stücke kannst du auf dem Näh- Guide aufkleben oder anstecken und immer wieder nachschauen, wie die einzelnen Schritte gefertigt werden oder wie die Nähte heißen.

Dabei kannst du auf den Blättern Notizen machen, um später alles Wichtige nachschlagen zu können.

Naeh-Guide aus der Naehschule bei Olga. Maschinennaehte, die jeder Naehanfaenger kennen sollte.
* Pflichtangabe

Legen wir also los.

 

Jede Nähmaschine verfügt über eine gewisse Anzahl von Nutz- und Zierstichen. Ich empfehle dir alle Stiche auf unterschiedlich dicken Stoffen und auf Stoffen verschiedener Art zu üben.

Lese dir dabei die Anleitung deiner Nähmaschine durch, damit du ein optimales Ergebnis erzielst.

Achte unbedingt darauf, dass die Nähmaschine richtig eingefädelt ist, damit die Stiche sauber ausgeführt werden können. Wie das funktioniert, habe ich hier schon mal aufgeschrieben.

 

Die meisten Nähmaschinen lassen sich an der Stichlänge und Stichbreite regulieren.

                                         Faustregel: dünne Stoffe = kleine Stiche und feine Nadel

                                                                dicke Stoffe = größere Stiche und stärkere Nadel

Es gibt eine Vielzahl von Nähmaschinennadeln. Neben den Universalnadeln gibt es spezielle Nadeln für Jerseystoffe, Jeans, Stretch und Leder.
Nähgarn gibt es aus Polyester, Baumwolle und Seide.

 

Für normale Nähprojekte eignet sich am besten ein Polyester Garn. Nimm dabei ein hochwertiges Garn und kaufe keine billigen Sets aus dem Discounter.

stecken

Bevor du anfängst die Nähte zu erlernen, müssen wir über das richtige Stecken der Stoffe mit Stecknadeln reden.

Diesen Arbeitsschritt solltest du wirklich beherzigen, dann erhälst du ein sauberes Ergebnis und die Stoffe verrutschen oder verziehen sich nicht.

Investiere auch hier lieber etwas mehr Geld für ein Marken Produkt, dann wirst du auch mehr Freude bei dieser Arbeit haben. 

Es gibt zwei Methoden, wie du Stoffe zusammen stecken kannst:

Stoffe mit Stecknadeln richtig stecken.
Stecken von Stoffen mit Stecknadeln.

Die gängigste Variante ist das quer zur Naht stecken der Stecknadeln. Dabei zeigen die Stecknadelköpfe zur Stoffkante und du kannst sie beim Nähen leicht herausziehen. Nur in Ausnahmefällen solltest du darüber nähen und dann auch bitte ganz langsam.

Der Abstand sollte ca. 10-15 cm betragen. Je kleiner dein Projekt ist, desto enger steckst du die Nadeln.

Auch an Ecken und Rundungen solltest du mehr Stecknadeln anbringen.

Die andere Art ist das längst zur Naht stecken der Stecknadeln.

Hierbei zeigen die Stecknadelköpfe nach unten und du ziehst sie, kurz bevor du an der Spitze der Stecknadel ankommst, heraus.

Bei dieser Methode kannst du NICHT über die Stecknadeln nähen, da die Nähnadel sonst brechen oder sich verbiegen würde.

Sie eignet sich für schwierige Bereiche, wie z.B. zum Stecken von  Rundungen, schmalen Stellen oder einem breiten Saum.


1. Die einfache Naht

Die einfache Naht ist die am häufigsten angewandte Nähtechnik. Sie wird mit einem Gerad- oder Steppstich genäht.

Die meisten Nähte werden mit einer Stichlänge von 2,5 - 4 mm gearbeitet.

Hier gilt die oben aufgeschriebene Faustregel, je dicker der Stoff, desto länger der Stich.

 

Die Nadel sollte grundsätzlich auf der mittleren Position stehen. Bei einigen Maschinen kann die Nadelposition noch nach rechts oder links verstellt werden, sodass ein anderer Abstand zur Stoffkante erreicht wird. 

 


Stecke zwei Teile rechts auf rechts aufeinander und markiere dir die Nählinie. (Bist du schon sicher im Einhalten der Nahtzugabe, brauchst du keine Markierung setzen.)

Nähe mit einem Geradstich auf der markierten Linie oder halte eine Nahtzugabe von 1 cm ein.

 

Sichere die Naht am Anfang und am Ende mit 3-4 Rückstichen. Betätige dabei die Rückwärtsnähtaste.


2. die Steppnaht

Die Steppnaht besteht aus 2 Nähten, nämlich einer einfachen Naht auf der linken Seite des Stoffes und einer zusätzlichen Steppnaht auf der rechten Stoffseite.


Nähe auf der linkes Stoffseite eine Naht mit einer Nahtzugabe von z.B. 1 cm. und bügel die Nahtzugaben zu einer Seite um.

Steppe von rechts auf der Seite der Nahtzugaben füßchenbreit oder knapp neben der Naht ab.

Dafür kannst du entweder einen Garadstich, einen Zickzack- Stich oder einen Zierstich nehmen.


3. die französische naht

Mit der französischen Naht werden die Stoffe zusammengenäht und gleichzeitig versäubert.

Sie eignet sich für dünne Stoffe und wird häufig für Dessous, ungefütterte Kleidung oder Bettwäsche verwendet.

Beachte dabei, dass du eine größere Nahtzugabe hinzugeben musst, als sonst (mind. 1,7 cm).


Die zwei Stoffteile LINKS AUF LINKS stecken und mit einem Geradstich mit einer Nahtzugabe von ca. 7 mm zusammennähen.

Die Nahtzugabe auf ca. 3 mm zurückschneiden. Die Stoffteile aufgeklappt bügeln. Dabei die Nahtzugabe erst zur einen Seite und dann zur anderen Seite legen.

 



Die Stoffe RECHTS AUF RECHTS umklappen, so dass die erste Naht eingeschlossen ist.

Mit 1 cm Nahtzugabe absteppen.

So sieht das Ergebnis aus. Die Stoffkanten sind eingeschlagen und nicht mehr zu sehen.


4. die Kapp- /jeansnaht

Die Kapp- oder Jeansnaht ist eine doppelt genähte Naht. Sie ist sehr strapazierfähig und wird deshalb oft bei viel beanspruchter Kleidung eingesetzt, wie z.B. Jeans. 

Durch die eingeschlagene Stoffkante und das zweimalige Absteppen entfällt das Versäubern. Somit ist diese Naht auch ideal für ungefütterte Kleidung.

Bei dieser Naht sollte die Nahtzugabe mindestens 1,5 cm betragen.


Die Stoffteile rechts auf rechts stecken und mit einem Geradstich mit einer Nahtzugabe von 1,5 cm zusammennähen.

Die Nahtzugabe zu einer Seite bügeln.

Die untere Nahtzugabe auf ca. 5-6 mm zurückschneiden.



Die breite Nahtzugabe über die schmale falten und einklappen.

Die schmale Seite liegt Innen eingeschlossen.

 

Die Naht bügeln und feststecken. 

Die eingeschlagene Nahtzugabe knappkantig absteppen.

 

Es entstehen 2 parallele Nähte auf der linken Seite.


5. die falsche kappnaht

Da falsche Kappnaht ist die schnelle und einfachere Variante der normalen Kappnaht. Sie kann genauso für ungefütterte Bekleidung oder Jeans eingesetzt werden.


Die Stoffteile rechts auf rechts stecken und mit einem Geradstich mit einer Nahtzugabe von 1,5 cm zusammennähen.

Die Kanten zusammen mit einem Zickzackstick oder einer Overlock versäubern und zu einer Seite bügeln.

Die Nahtzugaben von rechts knappkantig neben der Naht und dann ca. 1,3 cm davon entfernt absteppen.


6. Flachnaht oder überlappte Naht

Die Flachnaht ist nur für Materialien geeignet, die gar nicht oder nur leicht fransen. Mit dieser Naht lassen sich bei dickeren Stoffen die Nähte schön flach nähen, so dass sie nicht auftragen.

Es lassen sich Materialien wie Leder, Vinylfolie, Flanell, Walk, Loden aber auch Sweatshirt Stoff damit nähen. 

Es gibt zwei Varianten diese Naht zu nähen, die entweder für dünnere oder dicke Stoffe geeignet sind.

Variante 1:

 

 (für wenig fransende Materialien)


Lege 2 Stoffteile mit der rechten Seite nach oben vor dich hin.

 

Klappe an einem der Teile die Nahtzugabe auf die linke Seite um und lege diese Kante über die Nahtzugabe des anderen Teils.

Stecke die Teile zusammen und steppe sie knappkantig entlang der Bruchkante zusammen.


Variante 2:

 

(für nicht fransende Materialien)


Lege 2 Stoffteile mit der rechten Seite nach oben vor dich hin.

Schneide an einem der Teile die Nahtzugabe ab, anstatt sie umzuklappen. 

Lege diese Kante über die Nahtzugabe des anderen Teils und stecke die Teile zusammen. 



Steppe die Überlappung von rechts knappkantig entlang der Kante zusammen.

 

Setze noch eine zweite Naht ca. 0,8 cm daneben auf der Nahtzugabe.


Jetzt kennst du die wichtigsten Maschinennähte und kannst diese für deine Nähprojekte einsetzen.

Melde dich für meinen Newsletter an und du bekommst passend zu diesen Nähten den Näh-Guide kostenlos zum ausdrucken.

 

Franzoesische Naht, Kappnaht, einfache Naht, absteppen. Diese Naehte solltest du kennen.
Falsche Kappnaht, Flachnaht, Jeansnaht, Steppnaht, diese Naehte solltest du kennen. Kostenlos im Naeh- Guide.

* Pflichtangabe

Gibt es noch andere Nähte, die du gerne nutzt und wofür? 

Schreibe mir gerne in den Kommentaren.

 

Das nächste mal zeige ich dir, mit welchen Methoden du deine Nähte versäubern kannst.

 

 

Deine Olga