5 Gründe, warum genähte Kleidung nicht passt

Was ist deine Motivation Kleidung selber zu nähen?

 

> Möchtest du Kleidungsstücke tragen, die sonst niemand außer dir besitzt?
> Möchtest du Kleidung aus bestimmten Stoffen tragen, die dir besonders gut gefallen?
> Genießt du einfach den Prozess des Nähens und das Ergebnis spielt nur eine zweitrangige Rolle?
> Oder nähst du deine Kleidung selber, damit du etwas tragen kannst, das eine richtig gute Passform hat?

 

Egal, was deine Beweggründe sind Kleidung zu nähen, du möchtest am Ende bestimmt etwas am Körper tragen, worauf du richtig stolz bist.
Du investierst schließlich viel Liebe, Zeit und wahrscheinlich auch einiges an Geld in deine Kleidung.

 

Doch nicht immer sind wir mit dem Ergebnis zufrieden. Oft liegt es daran, dass die genähte Kleidung einfach nicht gut sitzt.


Ich möchte dir 5 Gründe nennen, woran es liegen kann, dass deine Kleidung nicht wie gewünscht passt.

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Warum deine genähte Kleidung nicht passt

Grund 1: Falsche Körpermaße

Das Maßnehmen ist beim Nähen der Ausgangspunkt und sollte auf KEINEN Fall vernachlässigt werden.

 

Nur wenn du deine Maße richtig gemessen hast, kannst du sie mit den Maßen am Schnitt vergleichen und so feststellen, ob das Kleidungsstück später passen wird.

Sind deine Maße falsch, sind Fehler an der Passform vorprogrammiert.

 

Hier sind ein paar Tipps, um deine Maße richtig zu ermitteln:

 

• Ziehe beim Messen körpernahe Kleidung an oder (noch besser) nur deine Unterwäsche! Nur so bekommst du die richtigen Maße deines Körpers ohne zusätzlichen Stoff dazwischen zu haben, der deine Größen verfälscht.


• Behalte deine natürliche Körperhaltung! Versuchst du diese beim Maßnehmen zu verändern, werden deine gemessenen Maße von den realen Maßen abweichen und schon passt deine Kleidung nicht richtig.


• Lass dich von jemand anderes vermessen! Traust du dir das Maßnehmen selbst nicht zu, weil du dich dabei zu sehr verrenken würdest oder nicht an alle Stellen drankommst, bitte eine zweite Person das zu tun. So kannst du dabei ganz entspannt und natürlich stehen.


Schreibe deine Maße auf! Hast du ein Maß genommen, schreibe es unbedingt auf, damit du es nicht vergisst. Hast du das einmal gründlich gemacht, kannst du die Maße immer wieder zur Hand nehmen, um sie mit dem Schnitt zu vergleichen. (Solange sich dein Gewicht nicht großartig verändert.)

Grund 2: Falsche Größe gewählt

Der zweite Hauptgrund, weshalb deine Kleidung nicht passt, ist die falsche Größenwahl.

 

Hast du deine Körpermaße zusammen, solltest du diese immer mit der Körpermaßtabelle und der Fertigmaßtabelle vergleichen!

Zusätzlich kannst du einzelne Stellen auch direkt am Schnitt nachmessen.

Was der Unterschied zwischen verschiedenen Maßtabellen ist, habe ich HIER schon einmal aufgeschrieben.

 

Nur so kannst du sicher sein, dass du die passende Größe für dich wählst. Am Schnitt kannst du schauen, ob du genug Weite in der Größe hast oder vielleicht sogar zu viel Weite. Dann kannst du die Größe nach deinen Wünschen wählen.

 

Die Wahl der Größe wird an Oberteilen und Kleidern meistens durch den Brustumfang ermittelt. 

Hast du eine große Oberweite, solltest du dich lieber an deinem Oberbrustumfang orientieren und später eine Anpassung an deine große Brust (FBA) vornehmen.

HIER habe ich schon einmal aufgeschrieben, wie eine FBA funktioniert und wann du sie anwenden kannst.

Um festzustellen, nach welchem Umfang du deine Größe wählen solltest, miss deinen Brustumfang und deinen Oberbrustumfang.
Rechne die Differenz dieser Maße aus. Ist dein Ergebnis größer als 5 cm, solltest du deine Größe nach dem Oberbrustumfang wählen.
Ist dein Ergebnis 5 cm oder kleiner, kannst du dich nach deinem Brustumfang richten und die Größe wählen.

Grund 3: Keine Anpassungen vorgenommen

Möchtest du eine gute Passform deiner Kleidung erreichen, kommst du in den meisten Fällen nicht um eine Anpassung drum rum.

 

Hab keine Angst Änderungen am Schnittmuster vorzunehmen!

Vergleichst du den Schnitt vor dem Nähen mit deinen Maßen und findest Abweichungen, scheue dich nicht, diese Stellen auszugleichen.

Nähe dann am besten ein Probemodell, wenn du nicht ganz sicher bist, ob alles so klappt, wie geplant. Lass dabei größere Nahtzugaben, um sie für spätere Korrekturen zu verwenden.

 

Sei nicht entmutigt, wenn vielleicht nicht alles nach der ersten Anpassung perfekt sitzt. Jeder Lernprozess braucht seine Zeit und aus jeder Anpassung kannst du neue Erkenntnisse mitnehmen.

Grund 4: Falschen Stoff gewählt

Die meisten Schnittdesigner geben Stoffempfehlungen zu ihren Schnittmustern.
Das hat einen guten Grund! Der Stoff spielt eine große Rolle bei der Passform.

 

Möchtest du die vorgesehene Passform für den Schnitt erreichen, solltest du dich an die Empfehlung des Designers halten.

 
Nähst du z.B. einen Schnitt aus Webstoffen ohne Elastizität, der für dehnbare Stoffe vorgesehen ist, wirst du in den meisten Fällen mit der Passform nicht zufrieden sein.

Hast du noch nicht so viel Erfahrung und möchtest ein optimales Ergebnis deines Nähprojektes erzielen, dann halte dich an die Stoffempfehlung des Schnitterstellers!

Grund 5: Nähen ohne Anprobe

Beim Nähen empfehle ich dir, deine Kleidung während des Prozesses immer wieder Mal anzuprobieren und die Passform, die Weite und die Länge zu kontrollieren.

 

So kannst du erkennen, ob du irgendwo Anpassungen brauchst oder noch etwas ändern musst. Ist das Kleidungsstück erst einmal fertig, werden Änderungen daran etwas umständlich.

 

Bevor du also Kleinteile annähst, wie Bündchen, Kragen, Kapuze oder ähnliches, probiere dein Nähwerk an!
So kannst du ganz leicht nötige Anpassungen vornehmen und brauchst dich später nicht über schlecht aussehende Stellen zu ärgern.

 

 


Ich hoffe, du kannst mit dieser Aufzählung einige Fehler bei deinen Nähprojekten vermeiden und hast viel Freude bei diesem schönen Hobby!

 

Deine Olga

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